Der Marstallgiebel


Das Restaurierungszentrum der Stadt Düsseldorf hat im Jahre 2008 mit ersten aufwendigen Restaurierungsmaßnahmen des Marstallgiebels begonnen. Es wurden verschiedene Varianten für die endgültige Restaurierung und den zukünftigen Erhalt erarbeitet.

Derzeit werden verwaltungsintern verschiedene Varianten, auch solche der Aufstellung, im Außen- oder Innenbereich geprüft.

Man geht dabei davon aus, dass – je nach gewählter Variante – die Gesamtkosten für die Restaurierung des Marstallgiebels, den Transport und die anschließende Aufstellung bei circa 300.000,00 EUR liegen werden. Hier ist nun die Spendenbereitschaft der Bürgerschaft gefragt. Nach verwaltungsinterner Planung wird der genaue Umfang der Restaurierungsmaßnahme den Spendern vorgestellt werden.

Der Initiativkreis Kultur in Düsseldorf e. V. hat bereits Gelder in die Rückstellung genommen, um sich gegebenenfalls später an den Restaurierungsmaßnahmen zu beteiligen.

Gregor Leber
Vorsitzender des Initiativkreises Kultur in Düsseldorf e.V.



Barockes Schmuckstück, verborgen unter Staub und Schutt
Im Keller Schloss Benraths verfällt ein historischer Marstallgiebel. Eine Initiative will das Schnitzwerk retten.

Quelle: Die Welt, Von Regina Goldlücke 19. November 2006

Doch niemand fühlt sich verantwortlich für die Instandsetzung des beinahe 300 Jahre alten Schmuckstücks, das ab 1713 den Marstall von Schloss Jägerhof zierte. Ein hartnäckiger Kämpfer für das in Vergessenheit geratene Kunstwerk ist der Architekt Klaus Pfeffer. Der Professor hat die wechselhafte Geschichte des Marstallgiebels dokumentiert und versucht seit langem, Helfer für seine Rettung zu mobilisieren. Nun aber stieß Klaus Pfeffer im "Initiativkreis Kultur in Düsseldorf" endlich auf Mitstreiter. Dort will man sich dafür einsetzen, dass der Marstallgiebel endlich restauriert und öffentlich gezeigt wird.

Er verdiene einen Ehrenplatz, heißt es, und der finanzielle Aufwand sei wegen der hohen Qualität gerechtfertigt: "Wer Kulturstadt sein will, muss auch bereit zu Konsequenzen sein". Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis das Holz unwiederbringlich vermodert sei.

Das 14 Meter lange und vier Meter hohe Werk stand bis 1909 im Hofgarten. Dann musste es weichen. Der Verkehr hatte zugenommen, der Stadtteil Pempelfort benötigte eine neue Straße.
Das barocke Schmuckstück wurde an der Orangerie von Schloss Jägerhof installiert. Das ging gut, bis der Krieg ausbrach. Am 11. Juni 1943 gab es einen Bombenangriff auf Düsseldorf. Nach heftigen Einschlägen wurde das Schloss ein Raub der Flammen. Einer der kostbaren Giebel verbrannte komplett, der zweite teilweise. Der dritte aber konnte unversehrt aus den Trümmern geborgen werden. Man brachte ihn zunächst ins Düsseldorfer Schloss Eller, anschließend nach Schloss Benrath. Dort schlummert das einstige Glanzstück seit nunmehr sechs Jahrzehnten in seinem modrigen Gewölbe.

Womöglich nicht mehr lange. Der Initiativkreis zumindest will in seiner nächsten Sitzung Vorschläge zu Sanierung und künftigen Platzierung des Giebels diskutieren. Ob der Marstallgiebel als Skulptur am Hofgarten postiert wird oder ob er an einem historischen oder gar modernen Gebäude prangen wird - das müsse jedoch die Stadt entscheiden, heißt es. Die sei jetzt am Zug.